Die Nachbearbeitung im Tonstudio


Ein wichtiger Schritt zwischen der Aufnahme und dem Mixing ist die Nachbearbeitung des aufgenommenen Materials. Der Zeitaufwand hierfür wird vom Kunden oft unterschätzt.

Take Comping
Nach der Aufnahme erfolgt das Take Comping. Hierbei werden die besten Passagen aus den einzelnen Aufnahmen zu einen neuem Gesamt-Take kombiniert. Dies führe ich gerne zusammen mit dem Sänger durch. Zu Beginn entscheidet man sich für den gefühlt besten Take. Nun erfolgt konzentriertes Abhören. Fällt eine Stelle ins Ohr, welche irgendwie "unrund" klingt, prüft man ob bei einer anderen Aufnahmen etwas besseres findet. Die einzelnen Aufnahmen sind in unterschiedlichen Farben dargestellt. Daher klingt das oft so: " Mach doch noch mal die Grüne an! Ok, der Anfang bei der Grünen ist besser als bei der Blauen. Mal sehen, ob wir diese Phrase aus beiden zusammenbauen können!" Findet man nichts passendes, wird die Stelle markiert und neu aufgenommen. Darum ist es gut zumindest eine grobe Sichtung des Materials zusammen mit dem Kunden durchzuführen. Ist der Kunde erst einmal weg, ist das neu Einsingen schwierig. Damit die einzelnen Passagen gut zusammenpassen ist es wichtig, dass der Sänger möglichst immer die gleiche Position vor dem Mikrofon einhält.

Säuberung der Spuren
Hierbei werden die Spuren intensiv abgehört und laute Atemgeräusche, Schmatzer oder andere Störgeräusche (z.B. Knieknackgeräusche, Taktklopfen mit den Füssen) leiser gemacht oder entfernt. Gegebenenfalls werden Endings einzelner Phrasen lauter gemacht, starke S-Laute leiser gereglt oder sogar einzelne Buchstaben ausgetauscht (z.B. wenn der Sänger ein "TH" singt wo eigentlich ein "S" hingehört oder die letzten Konsonanten nicht oder nur sehr leise gesungen werden).

Tonhöhenkorrektur
Singt ein Sänger sauber, lasse ich die Finger davon. Bei professionellen Sängern stimme ich vorher explizit ab, ob eine Tonhöhenkorrektur an bestimmten Stellen gewünscht bzw. erlaubt ist. Ansonsten wird die Korrektur so durchgeführt, dass diese möglichst nicht auffällt.